Kategorie: E-Commerce
Datum: 18.05.2010
Uhrzeit: 08:42 Uhr

Der Zollstock als Werbeträger

Das Handwerk hat sehr große Probleme: Es finden sich kaum Auszubildende in den Berufen. Von den Ausbildungsstellen, die schon seit Jahren unbesetzt bleiben, sind die meisten aus dem handwerklichen Bereich. Doch gerade im Handwerk wären "Nachfolger" sehr wichtig, weil nicht immer alle Kinder von einem Handwerker auch den Handwerksberuf ergreifen und in die Fußstapfen ihrer Eltern treten. Häufig werden Handwerksbetriebe sogar einem der eigenen Mitarbeiter eines Tages angeboten zum Kauf. Doch muss dieser entsprechend qualifiziert sein und das Vertrauen des Chefs gewonnen haben. Doch immer mehr Handwerksbetriebe müssen schließen, weil die Handwerker keine Nachfolger finden. Stattdessen dringen in die Berufe, in denen studiert werden muss. Doch auch in den Berufen des Architekt oder Ingenieur herrscht bereits heute Fachkräftemangel. Das Problem ist, dass viele Jugendliche von vorne herein nur einen "Schreibtischjob" suchen und es scheuen zum Beispiel mal selbst Hand bzw. den Zollstock anzulegen, um etwas zu vermessen, was aber gerade in diesen beiden Berufen sehr wichtig ist und auch ein Teil der Ausbildung. Es ist daher so inzwischen, dass viele Handwerksbetriebe sogar auf Ausbildungsmessen gehen und den Zollstock als Werbemittel einsetzen, nur um die Ausbildungsplätze zu besetzen.

Der Zollstock selbst hat im Handwerk heute auch bei allem technischen Fortschritt noch immer eine sehr große Bedeutung, wird aber überwiegend nur im deutschen Sprachraum, aber auch in Italien als Werkzeug zum präzisen Abmessen eingesetzt. Einer der maßgeblichsten Erfinder des Zollstocks, damit dieser zum Werbeartikel werden konnte, war Anton Ullrich. Dessen Neffe Gustav Ullrich ließ die Erfindung, die er mittlerweile verfeinert und das heute noch verwendete Federgelenk erfunden hatte, im Jahr 1886 patentieren. Dessen Unternehmen, das 1889 gegründet wurde, stellt heute noch Zollstöcke her. Eine besondere Form des Zollstocks ist der beidseitig bedruckte Maßstab. Dieser ist auf der Rückseite und auch auf der Vorderseite bedruckt und unter Handwerkern weit verbreitet. Verwendet wird dieser Zollstock unter anderem im Schiffsbau.